Angebote für Inhaftierte

Die Teilnahme am Gruppentraining basiert prinzipiell auf Freiwilligkeit. Dabei ist es selbstverständlich, dass „Freiwilligkeit“ im Haft-Kontext diesem Anspruch nur teilweise gerecht werden kann. Unsere Erfahrung zeigt jedoch: Ist das Gruppentraining in der Justizvollzugsanstalt bereits bekannt, melden sich auch Insassen aus eigener Motivation, unabhängig davon, ob es Bestandteil des Vollzugsplans ist oder nicht. Mit Hilfe eines Auswahlgespräches lassen sich die Veränderungsbereitschaft und Ansprechbarkeit der jeweiligen BewerberInnen überprüfen. Voraussetzung ist die Motivation, sich auf diesen Prozess einzulassen und in der Gruppe offen über sich, über Lebensverläufe und –entwürfe, Wünsche usw. zu sprechen und die in der Gruppe verabredeten Regeln einzuhalten.

Das Einzeltraining verfolgt mit Hilfe eines niedrigschwelligen Arbeitsansatzes den Aufbau einer tragfähigen Arbeitsbeziehung zu stark ideologisierten und radikalisierten Menschen mit dem Ziel:

  • einen Distanzierungs- und Ablösungsprozess von extremistischen Gruppierungen und das Hinterfragen von Ideologieelementen zu bewirken sowie
  • die Schaffung positiver Ersatz- und Alternativwelten zu unterstützen.

Die Workshops zur politischen Bildung sind ein präventives Angebot, das die Attraktivität von Demokratie und Diversität sichtbar machen soll. Außerdem stärkt es die Fähigkeit der TeilnehmerInnen, das Andere oder Fremde aushalten zu können. Zur Verhinderung extremistischer Denk- und Verhaltensweisen gehört jedoch nicht nur die Akzeptanz von Grund- und Menschenrechten, sondern auch Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ziel der Workshops ist daher das Einleiten von Prozessen der Nachsozialisation, die zur Identitätsstabilisierung junger Menschen unter Berücksichtigung ihrer Alltagsprobleme führen.

Durch eine Nachbetreuung kann der Transfer der Lernerfahrungen aus dem Gruppentraining in den jeweiligen Alltag der KlientInnen begleitet und evaluiert werden. Es ist zu erwarten, dass gerade im Haftalltag mögliche positive Veränderungen nur in Ansätzen erkennbar werden, weil es auch ein Wagnis ist, gewohnte Rollenzuschreibungen und typisches Verhaltensmuster „auf der Piste“ abzulegen und Neues auszuprobieren. Deswegen können die TeilnehmerInnen auch nach Ende des Gruppentrainings unterstützt werden.

Kontakt

Deradikalisierung im Strafvollzug

Alt-Moabit 73
10555 Berlin

Tel.: 030 91 70 54 64

Phänomenbereich Rechtsextremismus
Projektleitung: Peter Anhalt
peter.anhalt[at]violence-prevention-network.de

Phänomenbereich religiös begründeter Extremismus
Projektleitung: Thomas Mücke
thomas.muecke[at]violence-prevention-network.de

Medienanfragen

MedienvertreterInnen wenden sich bitte an die zentrale Pressestelle:

Cornelia Lotthammer, Paul Merker

Tel.: 030 / 36 46 04 09
Email: presse[at]violence-prevention-network.de

Liebe MedienvertreterInnen, wir stehen gern für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir ohne Ausnahme keine Kontakte zu unseren KlientInnen und deren Angehörigen herstellen. 

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