Der Verfassungsschutzbericht 2015 weist für den Bereich islamistische Radikalisierung allein für Hessen 2.080 Personen aus. Diese Tendenz spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen der Beratungsstelle Hessen von Violence Prevention Network wider. Gerade im Justizvollzug unterliegen Jugendliche oft der Beeinflussung durch extremistische Milieus und ideologische Denkansätze. Inhaftierte Jugendliche sind somit im Justizvollzug dem spezifischen Risiko der ideologischen bzw. extremistischen Einflussnahme durch Dritte ausgesetzt. Oft erfolgt im Vollzug auch die Verfestigung bestehender ideologischer oder extremistischer Tendenzen. Dieses Radikalisierungsrisiko bedarf eines vollzugsspezifischen Ansatzes zur Identifizierung von radikalisierungsanfälligen, islamistisch ideologisierten bzw. radikalisierten Jugendlichen sowie entsprechender Maßnahmen.

 

Angebote für Inhaftierte

Politische Bildung

Die themenspezifischen Workshop-Module richten sich an jugendliche Inhaftierte und werden innerhalb der Justizvollzugsanstalt durchgeführt.

Workshop-Themen:

  • Islam und Menschenrechte
  • Spannungsfeld zwischen Traditionalismus und demokratischen Grundrechten
  • Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit
  • Der Nahost-Konflikt
  • Auseinandersetzung mit extremistischen Strömungen

 

Ergänzend wird ab 2018 eine Angehörigenberatung angeboten.

 

Angebote für Fachkräfte in Justizvollzug und Bewährungshilfe

Fortbildung

Fachkräfte aus Justizvollzug und Bewährungshilfe sind in ihrer Arbeit tendenziell häufiger als andere Berufsgruppen extremistischen Tendenzen und (potenziellen) Radikalisierungsprozessen ausgesetzt – oft, ohne zuvor eine entsprechende Qualifizierung durchlaufen zu haben. Die MultiplikatorInnenfortbildung schließt diese Lücke und dient der Professionalisierung im Umgang mit radikalisierungsgefährdeten oder bereits radikalisierten Inhaftierten.

Im Rahmen der Fortbildung werden u. a. folgende Kompetenzen vermittelt:

  • Identifizierung, Entschlüsselung und Entkräftung extremistischer Argumentationsweisen
  • Sensibilisierung für Radikalisierungsprozesse, respektive Ansätze zu deren Unterbrechung
  • Fähigkeiten zur Ansprache, Herstellung und Aufrechterhaltung des Dialogs mit der gefährdeten Zielgruppe

 

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Das Projekt KOgEX Hessen wird kofinanziert durch das Hessische Ministerium der Justiz

Kontakt

BERATUNGSSTELLE Hessen

Leipziger Straße 67
60487 Frankfurt am Main

Tel.: 069 138 22 686
Fax: 069 269 18 729
Email: hessen[at]violence-prevention-network.de
Web: www.beratungsstelle-hessen.de

Beratungshotline: 069 272 999 97

Projektleitung: Thomas Mücke
Projektkoordination: Hakan Çelik, Sandra Jörges, Cuma Ülger