„Im Dialog bleiben – Werte-Konflikte im Berufsalltag“

Mütter und Väter, die sich aufgrund Ihrer Einstellungen und Vorurteile ausgrenzend, feindselig und abwertend verhalten und dies auf ihre Kinder übertragen, stellen Fachkräfte in pädagogischen Einrichtungen zunehmend vor neue Herausforderungen.

Das Projekt Early Birds stärkt Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung im Umgang mit diesen Werte-Konflikten in ihrem Berufsalltag.

Die Workshop-Angebote richten sich an:

  • Fachkräfte der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung

Die Workshops finden berufsbegleitend statt und umfassen einen Zeitraum von jeweils 1-2 Tagen.

 

Workshop I – Schwerpunkt: „Konstruktiver Umgang mit Islamfeindlichkeit“

Mangelndes Wissen über den Islam und damit auch über Menschen muslimischen Glaubens kann zu feindlichen Einstellungen und Werte-Konflikten führen.

Der Workshop richtet sich an Fachkräfte, die innerhalb ihrer Einrichtung vermehrt mit Menschen muslimischen Glaubens zu tun haben und/oder mit Menschen, die sich im Hinblick auf den Islam und Menschen muslimischen Glaubens abwertend bis feindselig verhalten.

Neben der Vermittlung von Wissen über den Islam geht es vor allem auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zum Islam. Dabei möchten wir Ihre Handlungssicherheit steigern und Sie befähigen, sich diesen Wertekonflikten zu stellen und in einen konstruktiven Dialog zu treten. Im Dialog kann es zu Situationen kommen, die es erfordern, klare Grenzen zu setzen und die Werte der Einrichtung (vor-) zu leben. Gemeinsam werden wir herausfinden, wie das gelingen kann.

Hierzu werden Gesprächssituationen nachgestellt (Rollenspiele), Gesprächstechniken aufgezeigt und eingeübt sowie Übungen zur Förderung der Selbstreflexion eingesetzt. Die TeilnehmerInnen haben außerdem die Möglichkeit, ihre Fragen, z. B. zu Themen wie „Die Rolle der Frau im Islam“, „Tragen eines Kopftuchs/einer Verschleierung“ oder „Unterscheidung zwischen Islamismus und Islam“, zu diskutieren.

 

Workshop II – Schwerpunkt: Feindbild „Flüchtlinge“

Das alles bestimmende Thema dieser Tage sind Menschen auf der Flucht. Die häufig wenig konstruktive und stark polarisierende Auseinandersetzung mit diesem Thema bestimmt mittlerweile auch die Qualität vieler Arbeitsbeziehungen, den Unterricht in Schulen, Elterngespräche in Kitas sowie den beruflichen Umgang mit Menschen, die aufgrund von Krieg, Vertreibung, Folter und Mord nach Deutschland flüchten mussten.

  • Wie aber argumentieren wir sinnvoll, wenn wir tagtäglich mit Gerüchten über „Flüchtlinge“ konfrontiert werden und uns selbst das hierzu notwendige Hintergrundwissen fehlt?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, den Dialog mit Menschen, die sich gegenüber Geflüchteten pauschalisierend, abwertend bis feindlich verhalten, aufrecht zu erhalten, wenn die berufliche Tätigkeit dies verlangt?
  • Wie gehen wir selbst damit um, wenn wir uns gegenüber abwertenden Aussagen abgrenzen und hierfür verächtlich als „Gutmenschen“ bezeichnet werden?
  • Wie gelingt es, die Werte der Einrichtung aufrecht zu erhalten und deutlich Position zu beziehen, ohne die Beziehung zu einem möglicherweise feindlich eingestellten Elternteil aufgeben zu müssen?

Diesen und weiteren Fragen stellen wir uns gemeinsam – neben der Vermittlung von Daten, Fakten und Zahlen. Wir schauen uns dabei auch Gerüchte an, die in den vergangenen Monaten kursierten und hinterfragen gezielt deren Glaubwürdigkeit.

 

Workshop III - Schwerpunkt „Rechtspopulismus und Rechtsextremismus“ – Erscheinungsformen, Überschneidungen und politische Strömungen

Der Workshop richtet sich gezielt an Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Menschen zu tun haben, die sich in rechtspopulistischen Bewegungen und Strömungen engagieren oder rechtspopulistische bis hin zu rechtsextreme Einstellungsmuster aufweisen.

Das können Eltern sein, die an einschlägigen Demonstrationen, Kundgebungen oder Einwohnerversammlungen teilnehmen oder in sozialen Medien auftreten und eine rechtsextreme Gesinnung vertreten und die gleichzeitig den Versuch unternehmen, Einfluss auf Ihre Einrichtung auszuüben. Es können aber auch KollegInnen sein, die z. B. in Kitas durch (rechts-)extreme Einstellungen oder pauschalisierende Abwertungen und ausgrenzendes Verhalten gegenüber bestimmten Menschengruppen auffallen.

Im Rahmen des Workshops werden wir die für Ihren Berufsalltag relevanten Bewegungen, politischen Strömungen und Erscheinungsformen des Rechtspopulismus/-extremismus betrachten sowie über Kennzeichen und Symbole aufklären. Anhand von abwechslungsreichen Übungen finden wir gemeinsam einen Weg, Eltern bzw. KollegInnen, die sich abwertend, ausgrenzend oder feindselig verhalten, Grenzen aufzuzeigen und zugleich die Möglichkeit eines konstruktiven Dialoges offen zu halten. Wir zeigen Gesprächstechniken auf, die es Ihnen ermöglichen, mit der jeweiligen Zielgruppe im Gespräch zu bleiben oder ins Gespräch zu kommen.

Die Vertiefung von Wissen zu Rechtspopulismus und Rechtsextremismus vermittelt Ihnen darüber hinaus Handlungssicherheit im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit.

 

Für die Teilnahme an einem Workshop erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung.

 

Die Workshop-Angebote finden im Rahmen des Projektes „Early Birds - Antidiskriminierung und Frühprävention im Vorschulalter“ statt. Sie werden gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und kofinanziert aus Mitteln des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen“.

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Kontakt

EARLY BIRDS


Alt-Moabit 73

10555 Berlin

Tel.: 030 91 70 54 64

Email: early-birds[at]violence-prevention-network.de

Projektleitung: Lars Schäfer