Aufklärungsworkshops zu religiös begründetem Extremismus

Der Bereich Schule und Jugendhilfe wird immer häufiger zum Austragungsort interreligiöser und interkultureller Konflikte. Diese sind meist geprägt von gegenseitigen Vorurteilen, Schwarz-Weiß-Denken, Diffamierungen und mangelndem Wissen um das Gegenüber. Oft spielen dabei die Themen Identität, Religion/Weltanschauung, Kultur und Herkunft eine wichtige Rolle. Durch die interreligiösen Workshops, innerhalb derer diese Themen gezielt aufgegriffen werden, werden das Selbstwertgefühl der Jugendlichen sowie die Wertschätzung für Andere gestärkt, respektvollere Handlungsalternativen aufgezeigt und Vielfalt als Ressource vermittelt.

Die Rolle der eigenen Identität, Religion, Herkunft und Kultur ist für junge Menschen oftmals nicht ganz eindeutig. Hinzu kommt, dass gerade für viele junge Muslime Religion ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität ist, der ihnen Orientierung und Halt vermittelt. Auf der anderen Seite haben muslimische Jugendliche oft das Gefühl, nicht Teil der (Mehrheits-)Gesellschaft zu sein. Tatsächliche und gefühlte Diskriminierung, Perspektivlosigkeit, mangelnde gesellschaftliche Partizipation und rudimentäre religiöse Kenntnisse gepaart mit traditionalistischen Denkmustern können bei ihnen zur Entstehung und Verfestigung von Vorurteilen führen. So sind viele von ihnen empfänglicher für radikale Argumentationsweisen und extreme Ansichten, die sie dann oft unreflektiert aufnehmen und nach außen transportieren. In ihrem nichtmuslimischen Umfeld stoßen sie damit auf Unverständnis bis hin zu Ablehnung. Es entsteht eine Atmosphäre der allgemeinen Verunsicherung, die sich auch aggressiv aufladen kann. Konflikte sind absehbar.

Die massiv auftretenden Rekrutierungsbemühungen salafistischer Gruppen sowie die Faszination für Kriegshandlungen in der Jugend- und Popkultur sind schwierige pädagogische Herausforderungen. Gerade jüngeren Muslimen mit Desintegrationserfahrungen fällt es manchmal schwer, dazu eine kritische Haltung einzunehmen. Die von ihnen oft angenommene Unvereinbarkeit von Religion und Demokratie sind ein Nährboden für Demokratiefeindlichkeit und Radikalisierung. Der Workshop sensibilisiert die Jugendlichen für Rekrutierungsstrategien und entzaubert vermeintliche Schwarz-Weiß-Bilder der Extremisten, indem er die dahinterstehende Ideologie aufdeckt.

Die Bearbeitung des Themas Nahost-Konflikt stellt PädagogInnen zuweilen vor große Herausforderungen. Bei vielen Jugendlichen birgt das Thema zudem ein großes Konfliktpotenzial. Ein persönlicher Bezug zum Thema Nahost oder Islam überlagert eine sachliche Auseinandersetzung zum Nahost-Konflikt und manifestiert sich oft in starken Vorbehalten, Vorurteilen oder gar antisemitischen/antiisraelischen Ressentiments.

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