Nachwuchswerbung in der Freizeit

RECHTSEXTREMISMUS: Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung informierte über aktuelle Szene

RATHENOW -Das Erscheinungsbild des Rechtsextremismus hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Statt in Bomberjacken und Springerstiefeln kommen Neonazis jetzt oft in Turnschuhen daher. Rechtsextreme Parteien setzen im Wahlkampf verstärkt auf soziale Themen wie Hartz IV oder den Mindestlohn. Zudem machen sich die Neonazis bei ihrem Werben um Nachwuchs eine Vielzahl von Medien zunutze: Jugendzeitungen, kostenlosverteilte Schulhof-CDs der NPD, Konzerte oder Internetseiten – der Zugang zu rechtsextremem Gedankengut war für Jugendliche noch nie so leicht.

 

Genau mit diesem Thema befasste sich am Samstag das Forum „Erlebniswelt Rechtsextremismus: Musik, Kleidung, Symbole“, zu dem die Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen hatte. Im Rathenower Kulturzentrum informierten Fachleute über die vielfältigen Stile und Ausdrucksweisen rechter Jugendszenen. Rund 60 Teilnehmer, darunter Lehrer, Schüler sowie Vertreter vom Aktionsbündnis „Rathenow zeigt Flagge“, waren der Einladung gefolgt. Auch Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch zählte zu den Gästen.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung aufklären, informieren und dazu aufrufen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen“, so Michael Pechel von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Rechtsextremismus sei in den vergangenen Jahren immer weiter in den Freizeitbereich eingedrungen und vermittle über Internet, Zeitungen oder Musik auf unterhaltsame Art verpackt seine rassistischen Botschaften.

Wie dies aussehen kann, zeigten die Referenten in ihren Vorträgen: So gab Jan Buschbom vom Violence Prevention Network einen Überblick über die rechte Musikszene und deren Entwicklung. „Nach der Wende explodierte die Produktion von rechten Musik-CDs“, berichtete Buschbom. Ob Rock, Reggae oder auch Hip Hop – die Szene bediene sich mittlerweile vielfältiger Musikstile, wie Buschbom anhand von Hörbeispielen demonstrierte. „Die Lieder werden meist professionell produziert und kommen auf den ersten Blick oft unpolitisch daher“, so Buschbom. Man müsse schon genau auf die Texte hören, denn die Musik allein klinge wenig rechts.

Über Kleidung, Symbole und Codes in der rechten Szene referierte Michael Weiss vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin. Er stellte von Neonazis bevorzugte Bekleidungsmarken vor und informierte über die Hintergründe verschiedener Symbole. Aber auch die regionale Situation im Havelland wurde beleuchtet. So sind nach Schätzungen von Frauke Postel vom Mobilen Beratungsteam Potsdam allein in Rathenow und Premnitz etwa 100 bis 150 Neonazis aktiv. Zudem berichtete Postel über ihre Erfahrungen aus der regionalen Beratungsarbeit.

Nach rund sechs Stunden, die auch zur regen Diskussion genutzt wurden, endete das Forum. „Es gibt noch viel zu tun. Wir dürfen den Rechten nicht die Straße überlassen“, zog Pechel abschließend und unter Zustimmung der Teilnehmer Bilanz. (K. B.)

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