+++ 25. März 2015: Anruf von Familie M. aus G. Die Vermutung der Eltern: Ihre Tochter S. radikalisiere sich zunehmend in Richtung Islamismus. Herr und Frau M. sind verzweifelt, denn sie wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen. In ihrer Nähe gibt es keine Beratungsmöglichkeit für sie. +++ 26. März 2015: Auf Nachfrage schildern die Eltern den Beratern von Violence Prävention Network, S. laufe nur noch verschleiert herum, obwohl sie es früher sehr gemocht habe, sich zu schminken und schick anzuziehen. Sie verweigere das Essen zuhause und halte sich fast täglich in der Moschee auf bzw. bei ihren dort neu kennengelernten Freundinnen. Speziell einer Freundin sei sie neuerdings sehr zugetan. +++

+++ 28. März 2015: Da vor Ort keine Unterstützung für Familie M. gegeben ist, fahren zwei BeraterInnen von Violence Prävention Network nach G., um mit den Eltern zu sprechen. Es ist wichtig, dass die Eltern in diesem Moment gestärkt werden und bei der Kommunikation mit einer gefährdeten, eventuell sogar radikalisierten Jugendlichen Hilfestellung erhalten. S. weigert sich jedoch, selbst mit den Beraterinnen zu sprechen. +++ 3. April 2015: Bei ihrem dritten Besuch bei der Familie M. ist S. zu einem ersten kurzen Gespräch bereit. +++ 24. April 2015: Nach mehreren Beratungen mit den Beratern von Violence Prevention Network als auch vielen Gesprächen mit ihren Eltern ist S. von der Idee, nach Syrien auszureisen abgerückt. Ein weiter Weg liegt trotzdem noch vor ihr. +++

Laut Verfassungsschutz sind seit Januar 2014 850 Menschen nach Syrien ausgereist. Davon vermutlich ca. 50 Mädchen und junge Frauen. Sie radikalisieren sich über das Internet und Soziale Medien und werden in der Folge von einer "Freundin" als potentielle Ehefrau für einen Krieger der Terrormiliz IS angeheuert. Über die Folgen, die eine Ausreise nach Syrien oder in den Irak hat, sind sie sich so gut wie nie im Klaren. Auf der Suche nach einem Halt im Leben, einer Instanz, die ihnen die Komplexität des Lebens erklärt, vertrauen sie nur allzu gern auf die Geschichte vom Helden, dem sie zum Sieg verhelfen dürfen als treu sorgende Ehefrau und Mutter seiner Kinder. In Wirklichkeit ist die soziale Kontrolle von Frauen im islamistischen Milieu extrem hoch. Die Chance, das die jungen Frauen jemals wieder zu ihren Familien nach Deutschland zurückkehren können, ist ausgesprochen gering. Deshalb ist es so wichtig, die jungen Mädchen gemeinsam mit den Eltern vor einer Ausreise zu bewahren.

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Damit wir schnell und unkompliziert an jeden Ort der Bundesrepublik kommen können, um vor Ort Beratung und Unterstützung anzubieten, benötigen wir finanzielle Mittel für Reisekosten, Personal und Telekommunikation. Die Beratung von Angehörigen und ihren möglicherweise radikalisierten Kindern ist vor allem eine personalintensive Arbeit, die viel Engagement und zeitliche Ressourcen verlangt.

Das mobile Interventionsteam wird zunächst bis Jahresende eingesetzt, um die notfallmäßige Überbrückung des Beratungsengpasses in Deutschland zu gewährleisten. Parallel werden Verhandlungen mit den Ländern zur Implementierung von Landesprogrammen zur Deradikalisierung geführt.

 

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