Junge Menschen, die Fehler begangen haben, müssen eine Chance erhalten, ihr Verhalten zu ändern und einen Ausweg aus der Gewalt zu finden. Kurzzeitpädagogische, verhaltenskonditionierende Maßnahmen greifen hier nicht. Die Gewaltszene ist gut organisiert und wer einmal dabei ist, für den ist ein Ausstieg schwer. Den Rückfall in alte Verhaltensmuster verhindern nur stabile Beziehungen und der Transfer von Lernerfolgen in den Lebensalltag.

Welche Erfahrungen muss ein Jugendlicher, der bisher nur Demütigung und Gewalt kennt, machen, um sein Verhalten zu ändern? Basierend auf jahrelanger Erfahrung in der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben wir das Konzept der Verantwortungspädagogik® entwickelt. Der von Violence Prevention Network entwickelte Ansatz versteht sich ganzheitlich und bewirkt eine Verhaltensveränderung hin zum verantwortungsbewußten Umgehen mit sich und anderen.

Das pädagogische Konzept beruht auf einem explizit nicht-konfrontativen Ansatz. Akzeptanz und der Verzicht auf Demütigung dienen dazu, Verstehen - nicht Verständnis - zu ermöglichen und Handlungen zu erklären - nicht zu rechtfertigen. Der verantwortungspädagogische Ansatz beschränkt sich nicht alleine auf die Person, sondern bezieht sukzessive das Umfeld und wichtige Angehörige mit ein. Er sieht zudem eine längerfristige Betreuung vor und bleibt nicht auf den Zeitraum der strafenden wie erzieherischen Maßnahmen beschränkt. Er wirkt unmittelbar in Alltag, Freizeit und Arbeit hinein. D.h., die PädagogInnen bleiben den Jugendlichen bei Bedarf auch nach Auslaufen der Haftzeit oder Maßnahme erhalten.

Zentral ist in diesem Zusammenhang das Beziehungsangebot. Damit dieses Beziehungsangebot in einer Verhaltensveränderung resultieren kann, erfolgt ein curriculares Training, das Elemente aus lernpsychologischen Ansätzen, dem Kognitivismus und der humanistischen Psychologie beinhaltet und durch die Einbeziehung von Personen aus dem familiären und sozialen Umfeld einem systemischen Handeln entspricht. Verhaltensveränderungen sind nicht unmittelbar die Folge persönlicher Entscheidungen, sondern abhängig von Kontext und Situation und das Ergebnis von Aushandlungen und Prozessen.

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