A³ | Alles auf Anfang

Unterstützungsangebote zur Reintegration nach der Haft

Ziel des Projektes ist die Vermeidung einer erneuten Radikalisierung nach der Haft von Klient*innen, die sich während ihrer Haftzeit in einem Beratungsprozess befanden. Violence Prevention Network kombiniert in diesem Projekt seine Expertise in direkter Distanzierungs- und Deradikalisierungsarbeit mit den langjährigen Erfahrungen im Bereich einer individuellen Stabilisierungs- und Reintegrationsstrategie.

Diese zielgerichtete Strategie zur nachhaltigen Integration für Haftentlassene mit „Radikalisierungshintergrund“ wird zeitgleich mit den von der Beratungsstelle Hessen bereits durchgeführten Maßnahmen der Deradikalisierungsarbeit im gesamten Bundesland Hessen umgesetzt. Unsere sogenannten Integrationscoaches gewährleisten eine engmaschige, klient*innenzentrierte Beratungsarbeit, die eine proaktive systemische Einbindung der Netzwerkpartner*innen mit deren bereits zur Verfügung stehenden Angeboten vorsieht. Mit Hilfe des Fallmanagements sind eine intensive Betreuung, Beratung, Aktivierung, Heranführung und Integration der Klient*innen möglich.

Schatten von Menschen in einer S-Bahn-Station
©Violence Prevention Network/fotoploetz

Klient*innenzentrierte Herangehensweise

Unterschieden nach den Altersspezifika der Zielgruppe umfasst diese Integrationsarbeit unter Einbezug der Netzwerkpartner*innen:

  • Fortführung der Deradikalisierungsarbeit (Transfer des Erlernten in den Alltag)
  • Basisanforderungen (z. B. Beschaffung persönlicher Unterlagen, Klärung des Aufenthaltsstatus)
  • schulische und berufliche Bildung, praktische Erfahrungen und Arbeitsvermittlung
  • Sicherung des Lebensunterhaltes (Finanzen, Schulden, Unterkunft)
  • Arbeit mit dem Unterstützungssystem (z. B. Familien, Angehörige, soziales Umfeld)
  • weitere Beratungen (u. a. Drogen- und Suchtberatung, psychotherapeutische Begleitung)
  • Gestaltung von Freizeitaktivitäten

Durch die klient*innenzentrierte Herangehensweise der Integrationscoaches haben die Beteiligten zu jeder Zeit eine*n Ansprechpartner*in. So können aufkommende Probleme aufgefangen und bearbeitet werden. Der systemische Multi-Agency-Ansatz soll zudem Parallelstrukturen vermeiden und die Expertise im Sinne einer erfolgreichen Projektumsetzung zentrieren.

Coachen und Vernetzen der Fachkräfte

Die Erfahrung zeigt, dass sich Fachkräfte aus z. B. Jobcentern, Unternehmen oder Bildungs-/ Beratungseinrichtungen speziell in der Frage des Umgangs mit Menschen mit „Radikalisierungshintergrund“ oft allein gelassen und nicht kompetent fühlen. Ein begleitendes Coaching zum Thema „Kompetenzbildung im Umgang mit Menschen, die sich in einem Deradikalisierungsprozess befinden“ soll mehr Handlungssicherheit für die tägliche Arbeit vermitteln und die Wahrnehmung für die Problematik schärfen (Awareness und Sensibilisierung). Das Projekt fokussiert sich auf die Implementierung zentraler Ansprechpartner*innen für diese besondere Zielgruppe. Dieser vernetzende Aspekt bietet die Möglichkeit einer vielseitigen Integrationsarbeit, deren Effektivität und Nachhaltigkeit der Zielgruppe und den involvierten Kooperationspartner*innen zugutekommen.

Kontakt

BERATUNGSSTELLE Hessen
Leipziger Straße 67
60487 Frankfurt am Main

069 138 22 686
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.