Workshops nach dem Baukastenprinzip

Die Präventionsarbeit findet in Form von Workshops statt, die bedarfsorientiert konzipiert werden. Das bedeutet, dass nicht ein vorgefertigtes Angebot übernommen werden muss, sondern gemeinsam mit der Einrichtung in einem ersten Sondierungsgespräch die Situation und der Bedarf analysiert werden. Auf dieser Grundlage wird ein Plan entworfen, der auf den jeweiligen Kontext der Einrichtung abgestimmt ist. Um Nachhaltigkeit zu garantieren und Veränderungsprozesse zu begleiten, werden mehrere Workshops über einen längeren Zeitraum konzipiert und durchgeführt. Die einzelnen Module werden nach dem Baukastenprinzip ausgewählt, um folgende pädagogische Ziele zu erreichen:

  1. Wissen über Interreligiosität, Identität und religiös begründeten Extremismus soll erweitert werden.
  2. Eine Sensibilisierung für Rekrutierungsstrategien von Extremist*innen und Stigmatisierung von Gruppen soll erreicht werden.
  3. Zur Positionierung in einer pluralistischen Gesellschaft (Grenzen von Toleranz, Anerkennung gemeinsamer Wertebasis etc.) soll befähigt werden.
  4. Fähigkeiten wie Medienkompetenz und Toleranzbewusstsein sollen gestärkt werden.
  5. Handlungsstrategien im Umgang mit Rekrutierungsversuchen und religiös begründetem Extremismus sollen entwickelt werden. An dieser Stelle kann das Interventionsteam der Beratungsstelle jederzeit als Ansprechpartner hinzugezogen werden.
Wir brauchen Ihre Unterstützung

In einer Welt, die zunehmend geprägt ist von Extremismus und Terror, braucht es Menschen, die Austausch und Verständigung unter denen befördern, die dafür (noch) zugänglich sind.

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Inhalte

Das Angebot reicht von eintägigen Workshops bis hin zu dreitägigen Workshop-Reihen. Maßgeblich für die inhaltliche Gestaltung ist die Orientierung an den Bedarfen der Schulen. In intensiven Vorbereitungsgesprächen werden die Inhalte gemeinsam abgesprochen.  

 

Sensibilisierung und Wissensvermittlung

Der Einstieg in den Workshop und somit der Zugang zur Klasse erfolgt über die Auseinandersetzung mit dem Thema Identität. Leitfragen sind hier: „Was zeichnet die eigene Identität aus?“ – „Was sind persönliche Ressourcen?“ Weitere Themen für den Einstieg können sein:

  • Leben in einer pluralistischen Gesellschaft (Menschenrechte, Grundrechte, Demokratie)
  • Umgang mit anderen Religionen und Weltanschauungen (Ambiguitätstoleranz)
  • Religiöse Lebenspraxis und Glaubensgrundlagen der verschiedenen Religionen (Exkursionen)
  • Gemeinsame Wertegrundlage der drei monotheistischen Religionen
  • Interreligiosität als Chance des gesellschaftlichen Zusammenhalts

 

Aufklärung über und Umgang mit religiös begründetem Extremismus

Ziel ist es, anhand unterschiedlicher Methoden den Prozess der Radikalisierung transparent zu machen. Dabei wird zunächst phänomenübergreifend gearbeitet. Im Anschluss folgt die konkrete Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus. Diese erfolgt anhand von realen Fällen und aus der Praxis bekannten Biographien von Jugendlichen. Inhalte hierbei sind:

  • Kontext von Ideologien und ihre zirkuläre Argumentationsstruktur
  • Einblick in die religiös begründete Extremismus-Szene (Schwerpunkt Deutschland)
  • Rekrutierungsversuche von Extremisten in den Medien (Soziale Netzwerke etc.)

Hier ist das übergeordnete Ziel die Entwicklung von Handlungsstrategien im Umgang mit religiös begründetem Extremismus. Die Workshops zielen darauf ab, sich mit den Fragen der Jugendlichen zu Gesellschaft, Religion und Interreligiosität auseinanderzusetzen und dabei immer wieder auf die Impulse der Klasse einzugehen.