Zugangswege erweitern

Professionalisierung der Fallakquise im Bereich "Islamistischer Extremismus"

Seit Beginn des Jahres 2019 – mit der Zerschlagung des sog. Islamischen Staates – ist das mediale Interesse am Themenkomplex „Islamistischer Extremismus“ kontinuierlich zurückgegangen. Die fehlende Aufmerksamkeit hat unter anderem zur Folge, dass das Fallaufkommen seitdem gesunken ist, weil Eltern, Lehrkräfte oder Jugendämter nicht mehr den sofortigen Handlungsbedarf sehen. Zwar ist ein Absinken der Zahl an islamistischen Gefährder*innen zu verzeichnen, gleichzeitig steigt jedoch weiterhin das islamistische Personenpotential, aus dem letztlich Gefährder*innen erwachsen. Die Gefahr besteht, dass damit Fälle von Radikalisierung erst in einem sehr viel späteren Stadium an die bekannten Beratungsinstitutionen vermittelt werden.

Fenster in einer Moschee
©Merve Hirik

Dieser Herausforderung nimmt sich das Projekt „Zugangswege erweitern“ an, mit dem Ziel der Erschließung neuer Zielgruppenzugänge in muslimischen Communities, der lokalen Polizei sowie in Sport- und Freizeiteinrichtungen in Berlin und Hessen. Es wird angestrebt, Zugänge zu Bereichen, in denen ein erhöhtes Fallaufkommen vermutet wird, zu bekommen und tragbare Kooperationsstrukturen zum Falltransfer zu etablieren.

Regelmäßige Vernetzungstreffen dienen dem kontinuierlichen Austausch, durchgeführte Falltransfers werden statistisch erfasst und so eine stetige Professionalisierung der Fallakquise im Bereich islamistischer Extremismus erreicht.

Kontakt

Violence Prevention Network e. V.
Alt-Reinickendorf 25
13407 Berlin

+49 30 91 70 54 64
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.