Reinschieben oder Abfackeln?

Ronald hat sich für Abfackeln entschieden.
Postkartenmotiv Dönerspieß, Reinschieben oder Abfackeln

Viele unserer Trainingsteilnehmer*innen haben Vorurteile gegen Menschen aus anderen Kulturkreisen, Sitten und Gebräuche, die ihnen unbekannt sind, oder religiöse Riten, die sie nicht kennen. Im Training schaffen es unsere Trainer*innen in der Regel, diese Vorurteile aufzubrechen und die ideologische Motivation zu hinterfragen. Meistens stürzen die Rechtfertigungsgebäude der Jugendlichen dann schnell zusammen. So ging´s Ronald dann auch, als wir genauer nachgefragt haben.

Sind einfach zu viele von denen hier.

„Et waren zuviele Drogen, zuviel Alkohol. Eigentlich hieß et, wir wollten uffn Dorf fahren, Mädels treffen und denn eigentlich ‘n ganz ruhigen Abend machen im Endeffekt. Wollten durch die Gegend ziehen“, Ronalds Stimme senkt sich zu einem Flüstern, „und, naja, Ärger machen.“ Er setzt kurz aus. „Hab‘ ick aber leider zu spät festgestellt.“ Nach einer weiteren Pause fährt er fort. „Der, den wa zusammengeschlagen hatten, det war’n Freund von dem Dönerbudenbesitzer. „Was hast´n du gewonnen damit?“, fragt Lea, die Trainerin, und gibt die Antwort gleich selbst: „Drei Jahre Knast“. „Damit hab‘ ich nich gerechnet, also…“

Ratlos zuckt Ronald mit den Schultern. „Was hat dich denn an der Dönerbude gestört?“, will Lea weiter wissen. „Weiß nich. Ich bin der Ansicht, dass der da nüscht zu suchen hat.“ „Warum?“, unterbricht Moritz, der zweite Trainer sofort. „Es sind einfach auch zu viele hier, sag ich mal.“ „Wo denn? Bei Euch?“, Moritz lässt nicht locker. „Wird immer schlimmer hier.“, wendet Ronald ein.

„Wieviele gibt’s denn bei euch? Wie viele Ausländer?“ „Gar keinen.“ „Gar keinen?“, Lea will es noch einmal hören. „Gab’s mal. Jetzt nich mehr.“ Ein breites Grinsen zieht sich über Ronalds Gesicht. „Ja, die haste ja vertrieben.“, entgegnet Lea. „Kennst du eigentlich welche?“, will Moritz wissen. „Also richtig kennen, welche, mit denen du dich unterhalten hast?“ „Wie, Ausländer?“, fragt Ronald erstaunt nach. „Nö.“

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