In den vergangenen Jahren haben psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Gleichzeitig beschleunigen sich Radikalisierungsprozesse insbesondere bei dieser Altersgruppe in besorgniserregender Weise. Beide Entwicklungen stehen in keinem allgemeinen Kausalzusammenhang, in der Praxis können sich jedoch komplexe Wechselwirkungen zeigen.
Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der Extremismusprävention sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie begegnen immer wieder jungen Menschen, bei denen sich psychische Problemlagen und extremistische Einstellungen überschneiden. Diese Fälle sind hochkomplex und gehen in der Praxis häufig mit Unsicherheit und erheblicher Belastung einher.
Hier setzt SCHNITTSTELLE.JUGEND an. Ziel ist es, Fachkräfte an der Schnittstelle von psychischer Gesundheit und Radikalisierungsprävention gezielt zu stärken und ihre Handlungssicherheit zu erhöhen. Durch eine praxisorientierte Grundqualifizierung, eine interdisziplinäre digitale Abendreihe sowie gezielte Vernetzungsimpulse vermittelt das Projekt fundiertes Wissen zu psychischen Auffälligkeiten und Störungen, Radikalisierungsdynamiken und professionellem Handeln in komplexen Fallkonstellationen.
Das Projekt wird gemeinsam von Violence Prevention Network gGmbH und IFAK e. V. (im Projektverbund Beratungsnetzwerk Grenzgänger) umgesetzt und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.
