SCHNITTSTELLE.JUGEND

Fachkräfte an der Schnittstelle von psychischer Gesundheit und Radikalisierungsprävention stärken

 

Logo des Projekts SCHNITTSTELLE.JUGENDIn den vergangenen Jahren haben psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Gleichzeitig beschleunigen sich Radikalisierungsprozesse insbesondere bei dieser Altersgruppe in besorgniserregender Weise. Beide Entwicklungen stehen in keinem allgemeinen Kausalzusammenhang, in der Praxis können sich jedoch komplexe Wechselwirkungen zeigen.

Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der Extremismusprävention sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie begegnen immer wieder jungen Menschen, bei denen sich psychische Problemlagen und extremistische Einstellungen überschneiden. Diese Fälle sind hochkomplex und gehen in der Praxis häufig mit Unsicherheit und erheblicher Belastung einher.

Hier setzt SCHNITTSTELLE.JUGEND an. Ziel ist es, Fachkräfte an der Schnittstelle von psychischer Gesundheit und Radikalisierungsprävention gezielt zu stärken und ihre Handlungssicherheit zu erhöhen. Durch eine praxisorientierte Grundqualifizierung, eine interdisziplinäre digitale Abendreihe sowie gezielte Vernetzungsimpulse vermittelt das Projekt fundiertes Wissen zu psychischen Auffälligkeiten und Störungen, Radikalisierungsdynamiken und professionellem Handeln in komplexen Fallkonstellationen.

Das Projekt wird gemeinsam von Violence Prevention Network gGmbH und IFAK e. V. (im Projektverbund Beratungsnetzwerk Grenzgänger) umgesetzt und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.

Zielgruppen

Die Angebote richten sich an:

  • Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe
  • Ausstiegs- und Distanzierungsberater*innen
  • Fachkräfte der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Die beteiligten Professionen übernehmen unterschiedliche, sich ergänzende Rollen in der Begleitung junger Menschen. Erst durch interdisziplinäre Zusammenarbeit können die komplexen Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit und Radikalisierungsprozessen angemessen bearbeitet werden.

Ziele

SCHNITTSTELLE.JUGEND soll Fachkräfte dazu befähigen, …

  • psychische Belastungen, Auffälligkeiten und Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und fachlich einzuordnen,
  • mit extremistischen Aussagen, Einstellungen und Radikalisierungstendenzen bei jungen Menschen sicher und reflektiert umzugehen,
  • Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit und Radikalisierungsprozessen zu verstehen,
  • eigene professionelle Grenzen zu reflektieren und Handlungssicherheit zu gewinnen,
  • geeignete Behandlungs- und Unterstützungsstrukturen zu identifizieren und zu vermitteln,
  • lokale Kooperationsnetzwerke aufzubauen und zu nutzen.
Diagramm mit dem Titel 'SCHNITTSTELLE.JUGEND' zeigt vier grüne Kästen mit den Beschriftungen 'Grundqualifizierung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe', 'Ergänzende Qualifizierung Vernetzungsimpulse zwischen den Teilnehmenden der Grundqualifizierung, der Extremismusprävention sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie', 'Module 1 - 3' und 'Digitale Abendreihe', darunter ein Balken mit der Beschriftung 'Evaluation'
Projektbausteine

Grundqualifizierung

In drei zweitägigen Präsenzmodulen erhalten Fachkräfte eine fundierte und praxisnahe Einführung in Themen der psychischen Gesundheit, der Extremismusprävention sowie in deren Schnittstellen. Als Einführung richtet sich die Grundqualifizierung vorrangig an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe.

Modul 1
Psychische Gesundheit, Radikalisierung und Distanzierung verstehen – Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Abgrenzungen
7. & 8. Mai 2026 in Berlin (Alt-Reinickendorf 25, 13407 Berlin)

Modul 2
Resilienz gegenüber psychischen Störungen und Radikalisierungsprozessen fördern
25. & 26. Juni 2026 in Berlin (Alt-Reinickendorf 25, 13407 Berlin)

Modul 3
Handeln in Ausnahme- und Krisensituationen
24. & 25. September 2026 in Bochum (Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum)

Die Module kombinieren Fachinputs, Praxisübungen, kollegiale Beratung und moderierte Reflexion. Fallbeispiele der Teilnehmenden dienen als Grundlage, um den Transfer in den Berufsalltag zu sichern.

Teilnahme und Anmeldung: Interessierte können sich bis zum 22. März 2026 über diesen Link voranmelden. Nach Ablauf der Anmeldefrist informieren wir alle Vorangemeldeten über die endgültige Zulassung. Die Teilnahme ist kostenfrei und wird bescheinigt.

 

Ergänzende Qualifizierung: Digitale Abendreihe 

Die ergänzende Qualifizierung vertieft die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie dient der gezielten Vernetzung der Teilnehmenden der Grundqualifizierung mit Fachkräften der Extremismusprävention sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

In einer modularen digitalen Abendreihe mit drei Terminen werden durch Impulsvorträge und moderierte Austauschformate gemeinsame Herausforderungen, Zuständigkeiten und Kooperationsmöglichkeiten bearbeitet. Die Teilnehmenden lernen die Arbeitsweisen der anderen Professionen sowie Best-Practice-Beispiele interdisziplinärer Zusammenarbeit kennen. Ziel ist es, lokale Vernetzungsinitiativen anzustoßen, die für eine wirksame Unterstützung von Kindern und Jugendlichen notwendig sind. Die Termine sind:

10. November 2026, 16:00 – 18:30 Uhr
19. November 2026, 16:00 – 18:30 Uhr
30. November 2026, 16:00 – 18:30 Uhr

 

Evaluation

Die Forschungsstelle Deradikalisierung (FORA) begleitet das Projekt mit einer prozess- und ergebnisorientierten Evaluation. Die Evaluation dient der Qualitätssicherung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Angebote.

Kontakt

Violence Prevention Network
Projekt SCHNITTSTELLE.JUGEND
Alt-Reinickendorf 25
13407 Berlin

+49 176 5527 9758
Kontakt

Beratungsnetzwerk Grenzgänger
Projekt SCHNITTSTELLE.JUGEND
Kortumstr. 106 - 108
44787 Bochum

+49 151 1892 7195
Das Projekt SCHNITTSTELLE.JUGEND wird gemeinsam mit IFAK e. V. (im Projektverbund Beratungsnetzwerk Grenzgänger) umgesetzt und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.