Fachbereich Psychotherapie

Berater*innen arbeiten immer wieder mit Klient*innen, die psychische Auffälligkeiten zeigen. Auch Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen sind mit Patient*innen konfrontiert, die extremistische Einstellungen aufweisen. Zwar gibt es keinen generellen Kausalzusammenhang zwischen psychischen Störungen und Radikalisierungen, jedoch zeigen sich in vielen Fällen Wechselwirkungen zwischen psychischer Innenwelt und sozialer Außenwelt.

Als Fachbereich Psychotherapie unterstützen wir Fachkräfte sowie radikalisierungsgefährdete und radikalisierte Menschen mit psychischen Auffälligkeiten bis hin zu Störungen. Wir wollen Betroffenen Zugang zu bedarfsorientierten Angeboten im Distanzierungs- sowie im Gesundheitsbereich ermöglichen.

Wie wir arbeiten

Um dieses Ziel zu erreichen, beraten wir zum einen Betroffene, ihre Angehörigen sowie ihr soziales Umfeld. Zum anderen richten sich unsere Angebote an Fachkräfte der Distanzierungsarbeit, an die Gesundheits- und Heilberufe sowie an Fachkräfte aus angrenzenden Gebieten (zum Beispiel aus den Sozialen Diensten der Justiz, der Straffälligen- sowie der Jugendhilfe).

Wir sehen uns als Brücke zwischen der Distanzierungsarbeit und den Gesundheits- und Heilberufen. Unsere Angebote gliedern sich daher in vier Arbeitsbereiche:

(Psycho-)therapeutische Beratung für Betroffene und Angehörige

(Mutmaßlich) radikalisierte Personen, die bereits von einer Beratungsstelle betreut werden, sowie ihre Angehörigen können übergangsweise durch unser Team (psycho-)therapeutisch beraten werden. Zudem unterstützen und begleiten wir sie bei der Vermittlung in das psychotherapeutische und/oder psychiatrische Versorgungssystem.

Beratung für Fachkräfte

Mit verschiedenen Formaten, wie kollegialen Fallberatungen oder fallbegleitenden Angeboten, unterstützen wir Fachkräfte in ihrer praktischen Arbeit. Die Inhalte reichen von thematischen Fragen über Falleinschätzungen bis zum Umgang mit herausfordernden Situationen.

Wissen

Durch Fortbildungen, Workshops und wissenschaftliche Arbeit sensibilisieren wir Fachkräfte für die Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit und Radikalisierungs- sowie Distanzierungsprozessen. Indem wir vorhandenes Wissen stärken und erweitern, tragen wir zu einer erhöhten Handlungssicherheit bei.

Netzwerkarbeit

Durch gezielte Netzwerkaktivitäten stärken wir unsere Rolle als Brücke zwischen der Distanzierungsarbeit und den Gesundheits- und Heilberufen. Darüber hinaus fördern wir die Vernetzung zwischen Fachkräften und tragen zu einer ganzheitlichen Fallarbeit bei.

Projekte und Kooperationen

Das Projekt EVOLUO – Psychologische Fachkenntnisse und Coaching für Berater*innen im Themenfeld (De-)Radikalisierung setzen wir gemeinsam mit dem Beratungsnetzwerk Grenzgänger (IFAK e. V.) um. Im Projekt JUST X Berlin – Prävention und Deradikalisierung im Berliner Justizvollzug kooperieren wir mit der Beratungsstelle Berlin (Violence Prevention Network) sowie der Denkzeit-Gesellschaft. Darüber hinaus unterstützen wir die Arbeit der Beratungsstelle Berlin durch flankierende (psycho-)therapeutische Angebote.

Kontakt

Violence Prevention Network gGmbH
Fachbereich Psychotherapie
Alt-Reinickendorf 25
D-13407 Berlin

+49 30 544 677 79
EVOLUO Flyer – Fallbegleitende Unterstützung in der Distanzierungsarbeit
EVOLUO Flyer – Fallbegleitende Unterstützung in der Distanzierungsarbeit
Download
Violence Prevention Network Schriftenreihe Heft 13
Violence Prevention Network Schriftenreihe Heft 13
Download