Prävention

„Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.“ „Es lässt sich doch an den Statistiken ablesen, dass mit dem Massenzuzug die Kriminalität gestiegen ist.“ „In diesen Kulturen ist Gewalt eben erlaubt.“ „Wir müssen uns gegen das System zur Wehr setzen.“ Längst sind diese Sätze nicht mehr nur an deutschen Stammtischen und in gewissen Milieus zu hören. Längst haben sie Einzug gefunden auf Schulhöfen und in staatlichen Institutionen, im Justizvollzug, in Religionsgemeinden, auf Elternabenden, selbst in Kindergärten sind Erzieher*innen mit Kindern konfrontiert, die unreflektiert wiedergeben, was sie zu Hause hören.

Aus vermeintlich harmlosen Worten und Sätzen können Haltungen und Handlungen erwachsen. Der Auftrag von Präventionsangeboten besteht darin, andere Sichtweisen anzubieten, Auseinandersetzung anzuregen und die Bereitschaft zu erzeugen, sich als Teil einer Gesellschaft zu verstehen, die konkurrierende Sichtweisen, Lebens- und Glaubensmodelle erlaubt.

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Präventionsangebote stellen Handlungsfähigkeit her

Erfolgreiche Präventionsangebote richten sich nicht nur an vermeintlich gefährdete Zielgruppen, sondern an Multiplikator*innen auf staatlicher, institutioneller und zivilgesellschaftlicher Ebene gleichermaßen. Dabei beschränkt sich das Angebot nicht nur auf die bewährten interreligiösen und interkulturellen Workshops an Schulen, sondern richtet sich spezifisch auch an Zielgruppen, die beruflich oder ehrenamtlich konkurrierenden bzw. vermeintlich unvereinbaren Wertesystemen ausgesetzt sind.

Wirkungsvolle Präventionsangebote statten Menschen, die im Alltag, ehrenamtlich oder beruflich Unwissen, Vorurteilen, aber auch gezielter Propaganda ausgesetzt sind, mit Fähigkeiten und Instrumenten aus, um kompetent gegenüber jenen zu agieren, die sich diskriminierend, pauschalisierend und abwertend gegenüber bestimmten Menschengruppen äußern und verhalten.