Sicher und aktiv im Netz (SIAN)

Das Internet eröffnet viele Möglichkeiten für Information, Austausch und gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig werden digitale Räume immer unübersichtlicher: Desinformation, Verschwörungserzählungen, KI-generierte Inhalte und extremistische Botschaften verbreiten sich zunehmend über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Gerade ältere Menschen verfügen oft über weniger digitale Vorerfahrungen und sind daher besonders gefordert, glaubwürdige von manipulativen Inhalten zu unterscheiden. Das Projekt SIAN adressiert diese Herausforderungen gezielt und stärkt Menschen ab 60 Jahren darin, digitale Medien sicher, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen. Das Projekt vermittelt Wissen über digitale Plattformen, fördert Medien- und Nachrichtenkompetenz und unterstützt dabei, Desinformation, demokratiefeindliche Inhalte und Radikalisierungsversuche im Netz frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig werden die Chancen digitaler Teilhabe sichtbar gemacht und Möglichkeiten aufgezeigt, sich informiert und aktiv in gesellschaftliche Debatten einzubringen.

Dafür kombiniert SIAN verschiedene Bildungsangebote: kurze und leicht verständliche Online-Lernmodule, digitale Vorträge mit Austauschmöglichkeiten, eine interaktive Wanderausstellung in Berliner Kiezen, vertiefende Workshops vor Ort sowie regelmäßige Informationen und praktische Tipps über einen Messenger-Kanal. Alle Angebote sind niedrigschwellig und lebensnah. Basierend auf einer anfänglichen Bedarfserhebung werden sie speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten.

Informationsveranstaltung

mit Digitalexpertin Ria Hinken:
(Des-)Information prüfen und KI besser verstehen

6. Oktober 2026
15.00 - 16.30 online via Zoom

Anmeldung
Interaktive Online-Lernangebote

Kurze, leicht verständliche Lernmodule, sogenannte Microlearnings, vermitteln praxisnahes Wissen zu Themen wie: Fake News und Desinformation erkennen, KI-generierte Bilder und Videos verstehen, Algorithmen und Empfehlungsmechanismen durchschauen, Manipulationsstrategien extremistischer Akteur*innen erkennen, sicherer Umgang mit Messenger-Diensten und sozialen Medien, demokratische Beteiligungsmöglichkeiten im digitalen Raum. Die Lernangebote können jederzeit und kostenfrei genutzt werden und lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren. Sie sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Nutzer*innen ausgerichtet und verbinden Texte, Videos und interaktive Übungen.

Wanderausstellung in Berliner Kiezen

Eine multimediale Wanderausstellung wird an verschiedenen Orten in Berlin zu sehen sein. Durch interaktive Stationen, anschauliche Beispiele und Mitmachangebote vermittelt sie Wissen über digitale Kommunikationsplattformen, Meinungsbildung im Netz und den Umgang mit problematischen Inhalten. Die Ausstellung bringt das Thema direkt in die Lebenswelt älterer Menschen und schafft einen niedrigschwelligen Zugang für Personen, die bisher nur wenige Bildungsangebote im Bereich Digitalisierung wahrgenommen haben.

Begleitend zur Ausstellung finden Workshops statt, in denen konkrete Fragen und Herausforderungen aus dem Alltag der Teilnehmenden aufgegriffen werden. Gemeinsam werden aktuelle Beispiele analysiert, Strategien gegen Desinformation erarbeitet und Handlungsmöglichkeiten für demokratisches Engagement diskutiert. Die Workshops stärken nicht nur Wissen und Kompetenzen, sondern auch das Selbstvertrauen im Umgang mit digitalen Medien und fördern den Austausch.

Informationen direkt aufs Smartphone

Über einen Messenger-Kanal erhalten Interessierte regelmäßig aktuelle Informationen, praktische Tipps, Hinweise auf neue Entwicklungen und kleine Übungen zur Stärkung ihrer Medienkompetenz. Dadurch bleiben die Teilnehmenden auch zwischen Veranstaltungen und Lernangeboten mit dem Projekt verbunden und können ihr Wissen kontinuierlich erweitern.

Vorträge und digitale Austauschrunden

Online-Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und Fragen zu diskutieren. Expert*innen vermitteln Hintergrundwissen zu Desinformation, Radikalisierung, extremistischen Narrativen und digitaler Teilhabe. Abschließend bleibt Raum für Austausch, Erfahrungen und Fragen aus dem Alltag der Teilnehmenden.

SIAN richtet sich insbesondere an Berliner*innen ab 60 Jahren, Menschen im Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand sowie Menschen, die ihre digitalen Kompetenzen erweitern und sich sicherer im Netz bewegen möchten. Gleichzeitig werden auch Familienangehörige, Nachbar*innen, Ehrenamtliche, Vereine, Bibliotheken, Stadtteilzentren und andere Multiplikator*innen einbezogen. So entsteht ein Netzwerk, das digitale Bildung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Resilienz stärkt.

Kontakt

Violence Prevention Network gGmbH
Fachbereich Digital
Alt-Reinickendorf 25
13407 Berlin

Das Projekt SIAN wird gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.