Violence Prevention Network – Schriftenreihe

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Heft 4 / 2020

Rückkehrerinnen und ihre Kinder

Psychologisch-therapeutische Perspektiven zur Rehabilitation von Frauen und Kindern aus den ehemaligen Gebieten des sog. Islamischen Staates

 

Von: Kerstin Sischka unter Mitarbeit von Christoph Bialluch und Claudia Lozano

Titelbild Heft 4 - Verschleierte Frauen und ein einzelnes Kind, das in die Kamera schautFachkräfte, die sich heutzutage mit den Herausforderungen der Deradikalisierung und Rehabilitation beschäftigen, realisieren schnell, dass auch Frauen und Kindern in der Ideologie radikaler politischer oder religiöser Gruppen ein wichtiger Platz eingeräumt wird. Neonazistischen Vorstellungen zufolge sollen sie die „Zukunft der weißen Rasse“ sichern und im Weltbild der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sollten sie das „Kalifat“ aufbauen helfen. Sie sind in vielfältiger Weise in das soziale Leben extremistischer Gruppen eingebunden und werden in der Propaganda oftmals in Zusammenhang mit Idealen von Gemeinschaft, Generativität und Wehrhaftigkeit dargestellt. Doch wie kommen insbesondere die Kinder in solche politisch oder religiös radikalen Gruppen hinein? Und was bedeutet das für ihre soziale und psychische Entwicklung? Dies sind Fragen, die für Unterstützungsangebote,
Ausstiegshilfen und Rehabilitationsprogramme von größter Bedeutung sind.

Heft 3 / 2019

Zivilgesellschaftliche Organisationen in der Tertiärprävention

 

Von: Julia Handle, Judy Korn, Thomas Mücke

Die Arbeit in der Tertiärprävention stellt die dritte Stufe der Extremismusprävention dar. Während die Primärprävention unter anderem mit Hilfe der Ansätze und Methoden der politischen Bildung Dialogräume für Demokratieförderung schafft und Sekundärprävention auf Personen mit ersten Radikalisierungsanzeichen zielt, nimmt die Tertiärprävention Personen in den Fokus, die eindeutige Zeichen von gewaltbereiter Radikalisierung aufzeigen und möglicherweise bereits Straftaten mit extremistischen oder terroristischen Motiven begangen haben. Ziel ist es hier, Individuen aus gewaltaffinen Szenen
zu lösen sowie (erneuten) Straftaten vorzubeugen, oftmals in Ausstiegsprogrammen. So sollen Individuen in die demokratische Gesellschaft (re-)integriert und dadurch ihre Teilhabe ermöglicht werden.

Heft 2 / 2019

Einschätzung und Bewertung von Risiken im Kontext der Extremismusprävention und Deradikalisierung

Zwischen sicherheitspolitischem „Risk Assessment“ und pädagogischem „Resilience Assessment“

 

Von: Annika von Berg, Judy Korn, Thomas Mücke, Dr. Dennis Walkenhorst

Die Handreichung gibt einen Überblick über das Themenfeld der Einschätzung und Bewertung von Risiken im Bereich Extremismusprävention und Deradikalisierung aus der Perspektive eines Trägers, der aus der Praxis kommt. Anschließend an die Darstellung des aktuellen Forschungs- und Anwendungsstandes im Themenfeld „Risk Assessment“ erfolgt die Rekonstruktion des gegenwärtigen Spannungsfeldes zwischen politischen bzw. sicherheitsbehördlichen Interessen und den Anforderungen an die pädagogische Praxis. Aus den Erkenntnissen der Forschung und der Praxis der bisherigen Anwendung von Instrumenten des Risk Assessments werden sieben zentrale Thesen erarbeitet, die als Diskussionsgrundlage für das Ziel der Entwicklung eines pädagogischen Äquivalents zur sicherheitsbehördlichen Risikoeinschätzung dienen können. Ziel eines solchen „Resilience Assessments“ ist es, den Fokus der Risikoanalysen nachhaltig durch die Berücksichtigung wichtiger Schutz- bzw. Resilienzfaktoren zu ergänzen, sodass eine explizite Anbindung an die pädagogische Arbeit, d. h. an präventive und deradikalisierende Maßnahmen, ermöglicht wird.

Heft 1 / 2019

Rückkehrer*innen aus den Kriegsgebieten in Syrien und im Irak

 

Von: Julia Handle, Judy Korn, Thomas Mücke, Dr. Dennis Walkenhorst

Kaum ein Thema wurde in der jüngeren Vergangenheit so kontrovers diskutiert wie das der Rückkehrer*innen aus den Kampfgebieten des sog. Islamischen Staates. Diese Menschen, die einst aus der ganzen Welt mit der Absicht, ein „Kalifat“ aufzubauen, ausgereist sind, wollen heute vor allem eines: zurück in ihre Heimatländer. Der teilweise stark emotional aufgeladene Diskurs bedingt eine mitunter undifferenzierte Betrachtung der Problematik und kann politische Entscheidungsträger*innen dazu drängen, symbolisch „starke“ Maßnahmen zu ergreifen, um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und zugleich ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Dabei ist es besonders aus sicherheitspolitischer Perspektive wichtig, keine vorschnellen und kurzfristigen „Beruhigungsmaßnahmen“ einzuleiten, sondern die Vielschichtigkeit des Phänomens „Rückkehrer*innen“ differenziert zu betrachten, Sicherheitsrisiken langfristig zu minimieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Violence Prevention Network Schriftenreihe Heft 1
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